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Museum
Bach, Luther und die Musik
Bachhaus Eisenach
Noch bis 11. November 2012
„Luther und [Bachs] Musik“ ist der Titel einer Sonderausstellung im Bachhaus Eisenach. Sie widmet sich den musikalischen Leistungen des Reformators, den sein katholischer Intimfeind Johann Cochlaeus einst als „Orpheus im Mönchsgewand“ verspottete. Hörbar gemacht werden Luthers Liederfindungen in der Gestalt, die ihnen Johann Sebastian Bach gab.
Luther, der an der Erfurter Universität auch Musik und Kontrapunkt studiert hatte und selbst die Laute spielte, rückte den Gemeinde- und Chorgesang in das Zentrum des lutherischen Gottesdienstes und schuf so die Voraussetzungen für Bachs spätere Tätigkeit als Kantor und Organist. Die Sonderausstellung verschränkt die Lebensgeschichten Luthers und Bachs und macht die vielfältigen Bezüge an zahlreichen Hörstationen zum musikalischen Erlebnis.
„Luthers Lieder haben mehr Seelen verdorben als alle seine Schriften und Reden“, konstatierte 1620 der Jesuit Adam Contzen. Kein anderer Reformer setzte so konsequent auf die Macht der Musik zur Propagierung seiner Lehre und zur Erneuerung des Gottesdienstes. Durch das Werk Johann Sebastian Bachs sind fast alle Lieder heute noch bekannt: 30 der 37 Lutherlieder verwendete Bach für Kantaten und Orgelwerke, einige gleich mehrfach.
Die Sonderausstellung widmet sich Luthers musikalischer Leistung. Ausgedrückt hat sich diese vor allem in Gesangbüchern – der vielleicht schönsten Erfindung der Reformation. Weltweit kein einziges gab es zur Zeit von Luthers Jugend, aber mehr als 100, als er starb. Das erste deutsche Gesangbuch, das „Achtliederbuch“ von 1524, ist ebenso zu sehen wie ein „Erfurter Enchiridion“ von 1524, und das Wittenberger Gesangbuch von 1535, in dem erstmals das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ stand.
Eisenach ist die Stadt, in der sich die Spuren Martin Luthers und Johann Sebastian Bachs auf sinnfälligste Weise kreuzen. 1521/1522 versteckte sich Luther auf der Wartburg und übersetzte dort das Neue Testament ins Deutsche. In Eisenach besuchte er zuvor ab 1497 vier Jahre lang die Lateinschule, erhielt Unterricht in Musiktheorie sowie musikalischer Praxis und sang im Gottesdienst der Georgenkirche. Ebenfalls in Eisenach wurde am 21. März 1685 Johann Sebastian Bach geboren und am 23. März in der Georgenkirche getauft. Er besuchte ab 1693 die gleiche Lateinschule wie einst Martin Luther und sang gleichfalls im Chorus musicus der Georgenkirche. In Eisenach erhielt Bach Unterricht in Luthers Katechismus, aber auch den ersten Musikunterricht. Das Chorgestühl, auf dem der vierzehnjährige Martin Luther wie auch der neunjährige Johann Sebastian Bach gesessen haben könnten, ist noch heute in der Georgenkirche zu besichtigen.
Sonderausstellung: „Luther und [Bachs] Musik“
Noch bis 11. November 2012, geöffnet täglich 10.00 -18.00 Uhr
Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach
Pressematerial
PDF Dateien
Pressefotos
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Bachhaus Eisenach und Bach-Denkmal
Foto: André Nestler -
Bachhaus Eisenach am Abend
Foto: Kneise -
Bachhaus Eisenach, Alt- und Neubau
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Achtliederbuch
Nürnberg: Jobst Gutknecht, 1524
Foto: Landesbibliothek Coburg -
Luther-Lied „Dies sind die heiligen zehen Gebot“
Babstsches Gesangbuch
Nürnberger Nachdruck 1563 -
Luther-Lied „Christ unser Herr zum Jordan kam“
Babstsches Gesangbuch
Nürnberger Nachdruck, 1563 -
„Bachs theologische Bibliothek“ im Bachhaus Eisenach
In Bachs privater theologischer Bibliothek standen 81 Bände, ein Drittel davon Werke Martin Luthers -
„Luther und [Bachs] Musik“ im Bachhaus Eisenach
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Ausstellungsansicht: Lutherstube im Bachhaus Eisenach
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Jahresthema: Bach und Luther
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Jost Heyder: "Der junge Luther als Mönch", 2012
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Jost Heyder: "Die Inspiration des Johann Sebastian", 2012
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Neuerwerbung im Bachhaus Eisenach
Ältestes Thüringer Orgelpositiv aus Kleinschwabhausen bei Weimar stammend -
Begehbares Musikstück im Bachhaus Eisenach
„Und die Erde erbebete...“
Film still zu Bachs Matthäuspassion

