Bachhaus Eisenach 2019

Best of & Variationen

Kulturgeschichte

Bachhaus Eisenach 2019

Best of & Variationen

Ist das Bach oder kann das weg? So könnte die Ausstellung im Bachhaus Eisenach auch betitelt sein, die sich zum ersten Mal seit 1994 wieder der Bach-Ikonographie widmet, einem der Sammlungs-Schwerpunkte des Museums. Die Ausstellung erläutert Rätselfragen um bekannte, aber höchst umstrittene angebliche Bach-Porträts. 11 davon werden im Original oder in frühen Kopien gezeigt. Ein im Eintrittspreis inbegriffener Katalog führt in Streitstände in der Literatur ein.

Betrachtet man die zahlreichen, auf Büchern, Platten- und CD-Covern, Plakaten und in Programmheften abgebildeten Darstellungen, die alle angeblich Johann Sebastian Bach zeigen, so könnte man meinen, Bach habe sich in seinem Leben sehr oft porträtieren lassen: als junger Mann, Orgelspieler und Kapellmeister, in fortgeschrittenem und sogar in hohem Alter. Das mag sogar sein. Jedoch ist nur eines der bekannten Bilder nachweislich von der lebenden Person gemalt worden: Das von Elias Gottlob Haußmann 1746 gemalte Porträt im Alten Rathaus in Leipzig. Von anderen Bildern wird es nur mehr oder minder überzeugend behauptet.

Die Suche nach dem Bach-Pastell, das Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel nachweislich besaß und als „schönes, ähnliches Original“ bezeichnete, und für das inzwischen drei Kandidaten aufgetaucht sind, wird mit zwei dieser Bilder illustriert – und einer Fälschung des dritten, die der Eigentümer aus Angst vor den Behörden deponierte, als er die DDR 1958 in Richtung Westen verließ.

An vierzehn Stationen geht die Ausstellung im Bachhaus Eisenach den Rätselfragen um die angeblichen Bach-Bilder nach.

„Bilderrätsel“
Sonderausstellung
28. Juni bis 10. November 2019
Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach.

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Seit dem Bach-Geburtstag am 21. März 2019 zeigt das Bachhaus Eisenach zudem ein Kunstwerk zu Bachs Goldberg-Variationen. Geschaffen hat es der New Yorker Architekt und Künstler Benjamin Samuel, der mit dem Werk Ideen der Bachzeit zur Übersetzung von Tönen in Farben aufgriff und fortentwickelte. Es schlägt eine Brücke zwischen barocker Experimentierlust und moderner Technik und zwischen Musik und bildender Kunst. Sein großes Leuchtbild verbindet Ausstellung und Foyer des Bachhauses miteinander.

www.bachhaus.de

 

Pressematerial

Pressefotos

Bilderrätsel

  • Bilderrätsel
    Sonderausstellung Bachhaus Eisenach
    28. Juni bis 10. November 2019
    Foto: Bachhaus Eisenach / André Nestler
  • Bilderrätsel
    Sonderausstellung Bachhaus Eisenach
    28. Juni bis 10. November 2019
    Foto: Bachhaus Eisenach / André Nestler
  • Bilderrätsel
    Sonderausstellung Bachhaus Eisenach
    28. Juni bis 10. November 2019
    Foto: Bachhaus Eisenach / André Nestler
  • Das 1928 entdeckte, 1936 für echt erklärte und 2013 vom Bachhaus erworbene Bach-Pastell wird heute für eher unwahrscheinlich gehalten.
    "Gorke-Bachpastell", Foto: Constantin Beyer / Bachhaus Eisenach
  • 2014 versteigert und jetzt öffentlich zu sehen: Ist es wirklich Carl Philipp Emanuel Bachs „schönes, ähnliches Original in Pastell“?
    "Dortmunder Bachpastell, Foto: Bachhaus Eisenach
  • Umstritten ist auch der dritte Kandidat für das verschollene Bach-Pastell. Abgebildet und ausgestellt ist hier eine Fälschung.
    "Meininger Bachpastell", Fälschung, 1958, Foto: Bachhaus Eisenach
  • Bach-Porträt von Johann Jacob Ihle: Nicht Bach, sondern wahrscheinlich ein Adeliger aus Bayreuth ist hier dargestellt.
    "Ihle-Bachporträt", Foto Ulrich Kneise / Bachhaus Eisenach
  • Der zweifelhafte, 1894 ausgegrabene Bach-Schädel, der in der Ausstellung als Abguss von 1895 gezeigt wird.
    "Bachschädel", Foto: Bachhaus Eisenach
  • „Ich hege keinen Zweifel, dass es tatsächlich ein Bildnis von Bach ist“, meinte 1928 der Rekonstrukteur von Bachs Gesicht und Schöpfer des Leipziger Bach-Denkmals Carl Seffner. Das Bild zeigt aber den Uhrmacher John Harrison.
    "Raasted-Gemälde", Foto André Nestler / Bachhaus Eisenach
  • Die Silberstiftzeichnung wird heute für eine Pause nach einem Druck von 1840 gehalten.
    "Silberstiftzeichnung Bach", Foto: Bachhaus Eisenach
  • „Nach dem Leben gemalt“: Das 1985 entdeckte „Gebel-Bild“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird von Kunsthistorikern für ein originales Bach-Bild gehalten – wenn es nicht auf einer noch älteren Vorlage beruht.
    Gebel-Gemälde Bach", vor 1756, Foto: André Nestler / Bachhaus Eisenach
  • Diese 1921 entdeckte Bach-Silhouette wurde lange auf das 18. Jahrhundert datiert. Sie stammt aus der Wiener Fälscherwerkstatt von Reinhold Hanisch (1884–1937), wie eine rechts unten versteckte Signatur beweist, und wird nach 1910 hergestellt worden sein. Foto: Bachhaus Eisenach

Das Bachhaus Eisenach

  • Bachhaus Eisenach
    Alt- & Neubau
    Foto: André Nestler
  • Bachhaus Eisenach
    Alt- & Neubau
    Foto: André Nestler
  • Bachhaus Eisenach
    Alt- & Neubau
    Foto: André Nestler
  • Bachhaus Eisenach
    Altbau
  • Bachhaus Eisenach
    Altbau
    Foto: Ulrich Kneise
  • Bachhaus Eisenach
    Ausstellung Altbau
    Foto: Ulrich Kneise
  • Bachhaus Eisenach
    Ausstellung Neubau
    Foto: Ulrich Kneise
  • „Goldberg Variationen 30+2“ von Benjamin Samuel: Ein Algorithmus verwandelte Töne in Farben. Ab dem 334. Bach-Geburtstag im Bachhaus Eisenach zu sehen. Foto: Benjamin Samuel / Bachhaus Eisenach