Kriegsalltag und Abenteuerlust

Kriegsfotografinnen in Europa 1914-1945

28. September 2017 bis 11. Februar 2018

Fotografie

Kriegsalltag und Abenteuerlust

Kriegsfotografinnen in Europa 1914-1945

28. September 2017 bis 11. Februar 2018

DAS VERBORGENE MUSEUM zeigt rund 70 spektakuläre Fotografien, Grafiken, Zeitschriften und Dokumente europäischer Fotografinnen zum Kriegsgeschehen 1914 – 1945 an Front und Heimatfront.

Fotografinnen, Journalistinnen, Amateurfotografinnen und fotografierende Krankenschwestern waren zwischen 1914 und 1945 an den beiden Angriffskriegen in Europa sowie am Spanischen Bürgerkrieg mit und ohne Akkreditierung als Kriegskorrespondentinnen beteiligt. Sie haben die Versorgung der Verwundeten im Lazarett, die Betreuung der Soldaten in der Etappe und den Krieg aus nächster Nähe an der Front ebenso wie das Leben zu Hause an der Heimatfront dokumentiert.

Sie waren überwiegend gegen Wilhelminismus, Faschismus und Nationalsozialismus eingestellt, aber weiblichen Geschlechts zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig Pazifistin zu sein. Die Österreicherin Alice Schalek beispielsweise war vom Krieg fasziniert. In England waren es die Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen und mit Beginn des Krieges auch für ihren Einsatz im Krieg gekämpft haben. Die Rolle der Fotografinnen als Dokumentaristinnen des Spanischen Bürgerkriegs fand bisher mit einer Ausnahme kaum Beachtung: Gerda Taro ist heute die bekannteste Kriegsfotografin in Europa. Die internationale Teilnahme fotografierender Frauen steigt im Zweiten Weltkrieg weiter an. Im Winter 1944 hat Germaine Krull für den militärischen Pressedienst der Freien Französischen Streitkräfte über die Befreiung des Elsass durch die Alliierten eine ausführliche Reportage gemacht; Eva Besnyö hat als verfolgte Jüdin in den Niederlanden lebend, 1940 Rotterdam nach der Zerstörung durch die deutsche Luftwaffe fotografiert. Sensationell sind die Beispiele zweier sowjetischer Kriegskorrespondentinnen, Natalja Bode und Olga Lander, die im Dienst der Roten Armee für die zentralen Presseagenturen fotografiert haben. Ihr Leben und ihre Arbeit sind nur in groben Zügen rekonstruiert, ihre Bilder u.a. vom Krieg um Stalingrad sind einmalige Dokumente und werden außerhalb der Sowjetunion hier zum ersten Mal gezeigt. Die Ausstellung schließt mit wenigen Beispielen des unbearbeiteten Kapitels deutscher Fotografinnen im Zweiten Weltkrieg. Ilse Steinhoff z.B. fotografierte in den besetzten Gebieten auf dem Balkan 1941-43 für die gleichgeschaltete nationalsozialistische Presse, u.a. die »BIZ«, »Signal« und »Die Wehrmacht« sowie 1942 in Libyen.

Kriegsalltag und Abenteuerlust
Kriegsfotografinnen in Europa 1914–1945

Eröffnung: 27.09.2017, 19 Uhr
Laufzeit: 28.09.2017 – 11.02.2018 (Geschlossen: 18.12.17 – 03.01.18)
Öffnungszeiten Do & Fr 15 – 19 ; Sa & So 12 – 16
DAS VERBORGENE MUSEUM - Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.
Schlüterstraße 70, 10625 Berlin

www.dasverborgenemuseum.de

Pressematerial

Presseakkreditierungen

Das Verborgene Museum

Wir freuen uns, Sie zur Eröffnung der Sonderausstellung in Das Verborgene Museum einladen zu dürfen.

zur Anmeldung

Pressefotos

  • Winifred Broom: Mrs Albert (Christina) Broom mit Kamera und Proben ihrer Arbeit an einem Stand der Womens War Work Exhibition, Knightsbridge, London, Mai 1916 [©Imperial War Museum, Ref: HU 51891]
  • Mrs Albert (Christina) Broom: Offiziere der Frauenpolizei, die von Inspektor Mary Allen, einer ehemaligen Frauenrechtlerin, geleitet wird, erhalten Anweisungen für die Womens War Work Exhibition, Knightsbridge, London, Mai 1916 [©Imperial War Museum, Ref: Q 66159]
  • Lt Ernest Brooks: Elsie Knocker, Baroness de T’Serclaes (links) und Mairi Chisholm (rechts), auch die »Frauen von Pervijze« genannt, in der Englischen Erste-Hilfe-Station in Pervijze, Belgien, 6. August 1917 [©Imperial War Museum, Ref: Q 106001]
  • Florence Farmborough: Erschöpfte russische Soldaten, die sich der fahrenden Rote-Kreuz-Station angeschlossen haben, machen Pause in der Nähe von Grodzisko, Polen, August 1915 [©Imperial War Museum, Ref: Q 98415]
  • Florence Farmborough: Ein toter Soldat auf dem Schlachtfeld an der Ostfront, 1916 [©Imperial War Museum, Ref: Q 98431]
  • Alice Schalek: General Böhm-Ermolli bei der Inspektion der Truppe, Galizien, Juni 1917 [©Österreichische Nationalbibliothek, Pk3694_15_016]
  • Alice Schalek: Österreichisch-ungarische Soldaten liegen mit Gewehren im Anschlag auf dem Pardoi-Pass, um 1916 [©Österreichische Nationalbibliothek, 464768-B]
  • Käthe Buchler: Frauen in Männerberufen: Schaffnerinnen, Braunschweig 1916 [©Museum für Photographie Braunschweig]
  • Vera Elkan: »Übung der Internationalen Brigade«, ca. 1937. Moderner Silbergelatine-Abzug vom 35mm-Negativ [©Imperial War Museum, HU 71557]
  • Anonym: Mairi Chisholm und Elsie Knocker mit Stahlhelmen, während sie ihre Kameras kontrollieren, vermutlich in Pervijze, Belgien, 1917 [©Imperial War Museum, Q 105969]
  • Eva Besnyö: Rotterdam, Juli 1940, [©Eva Besnyö MAI, Amsterdam]
  • Natalja Bode: Nach der Einnahme einer deutschen Stellung vor Stalingrad, Stalingrader Front, Januar 1943 [©FotoSojus, Moskau]
  • Natalja Bode: Porträt eines Jagdflieger-Piloten, der acht feindliche Flugzeuge abgeschossen hat, 1943 [©FotoSojus, Moskau]
  • Natalja Bode: ›Wir sind aus Berlin!‹ Die ersten Rotarmisten werden feierlich verabschiedet, Berlin, Sommer 1945 [©FotoSojus, Moskau]
  • Olga Lander: »Veranstaltungen im Rahmen der Truppenbetreuung für die 36. Panzerbrigade«, 3. Ukrainische Front, Bahnhof Rasdelnaja, vermutlich August 1944 [©Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau]