Museum Barberini: Max Beckmann

Welttheater

24. Februar bis 10. Juni 2018

Klassische Moderne

Museum Barberini: Max Beckmann

Welttheater

24. Februar bis 10. Juni 2018

Motive des Zurschaustellens prägten das Werk Max Beckmanns (1884–1950) seit den frühen 1920er Jahren: Varieté- und Jahrmarktkünstler, Akrobaten, Clowns und Schauspieler. Beckmann sah diesen Themenkreis als Ausdruck des Welttheaters. Damit stellte er sein Schaffen in die Tradition der barocken Idee, die das Weltgeschehen als scheinhaftes Spiel begreift, das auf eine dahinterliegende Macht verweist. Max Beckmann. Welttheater ist die erste Ausstellung zu diesem zentralen Thema im Werk des Malers.

Max Beckmann gehört zu den bedeutendsten Malern der Klassischen Moderne. In den zwanziger Jahren stand er der Neuen Sachlichkeit nahe. Mit seinen schwarzen Konturen und leuchtenden Farben galt er später als Expressionist, der früh internationale Beachtung fand. Viele seiner berühmten Triptychen hängen in Museen in den USA. Darunter befindet sich das Schauspieler-Triptychon aus dem Fogg Art Museum der Harvard University, das im Zentrum der neuen Ausstellung im Museum Barberini steht. Max Beckmanns Gemälde, Skulpturen und Druckgraphik zeigen oft Szenen, die auf oder hinter der Bühne spielen: Zu sehen sind Varieté- oder Zirkusnummern, Schauspieler in der Garderobe oder Schausteller auf dem Jahrmarkt. Hinzu kommen Selbstportraits, in denen sich Beckmann als Clown oder Artist präsentiert. Für Beckmann war die Rolle des Zuschauers eine Möglichkeit, das Weltgeschehen zu kommentieren und persönliche Erfahrungen zu verarbeiten. Angesichts seiner persönlichen Erfahrungen und der dramatischen Entwicklungen auf der politischen Weltbühne – 1933 wurde ihm sein Lehramt an der Frankfurter Städelschule gekündigt, nach 1937 befand er sich im Exil in Amsterdam – galt Beckmann das Welttheater als Sinnbild für das aktuelle Geschehen. Er suchte die Wahrheit hinter der Maskerade, und dafür lieferten Zirkus und Theater die Vorlagen: das Leben ist nicht nur für Seiltänzer ein Balanceakt und nicht nur für Schauspieler ein Rollenspiel.

Die Ausstellung versammelt 112 Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen und Privatsammlungen wie der Nationalgalerie Berlin, der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, dem Museum Ludwig, Köln, der Tate, London und dem St. Louis Art Museum. Unter den gezeigten Werken sind auch zwei großformatige, bisher kaum in Europa präsentierte Triptychen aus amerikanischen Sammlungen. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Kunsthalle Bremen realisiert, die eine der größten Beckmann-Sammlungen Deutschlands besitzt.

Max Beckmann. Welttheater
24. Februar bis 10. Juni 2018
Museum Barberini, Alter Markt, Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam
Mo & Mi–So 10–19 Uhr, jeder erste Do im Monat 10–21 Uhr, Di geschlossen
Mo–Fr (außer Di) für Kindergärten und Schulen nach Anmeldung 9–11 Uhr
Eintritt: € 14 / ermäßigt € 10 / Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Jahreskarte Einzelperson € 30 / Jahreskarte Paare € 50 /
Young Friend (unter 35 Jahre) € 20

www.museum-barberini.com

 

Pressematerial

Pressefotos

  • Max Beckmann: Doppelbildnis Karneval, Max Beckmann und Quappie, 1925, Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf, VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: ARTOTHEK, Weilheim/Stiftung Museum Kunstpalast
  • Max Beckmann: Apachentanz, 1938, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
    Photo: Lars Lohrisch, © VG BILD-KUNST, Bonn 2018
  • Max Beckmann: Schauspieler. Triptychon 1941/42, Harvard Art Museums/Fogg Museum, Cambridge, MA, Schenkung Lois Orswell, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Imaging Department, © President and Fellows of Harvard College
  • Max Beckmann: Fastnacht Carnival, 1920, Tate, London, Ankauf mit Unterstützung des Art Fund und der Friends of the Tate Gallery und and Mercedes Benz (U. K.) Ltd 1981, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Tate Images, London
  • Max Beckmann: Selbstbildnis mit Saxophon, 1930, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
    Photo: Lars Lohrisch, © VG BILD-KUNST, Bonn 2018
  • Max Beckmann: Familienbild, 1920, The Museum of Modern Art, New York, Schenkung Abby Adrich Rockefeller, 1935, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Scala, Florence/The Museum of Modern Art
  • Max Beckmann: Artistin. Am Trapez, 1936, Privatsammlung Deutschland
    Photo: Walter Bayer, München, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018
  • Max Beckmann: Filmatelier Film Studio, 1933, Saint Louis Art Museum, Vermächtnis of Morton D. May, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Saint Louis Art Museum
  • Max Beckmann: Cabins, 1948, Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: bpk, Berlin/Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf/Walter Klein