Kriegsalltag und Abenteuerlust

Kriegsfotografinnen in Europa 1914-1945

28. September 2017 bis 25. März 2018

Fotografie

Kriegsalltag und Abenteuerlust

Kriegsfotografinnen in Europa 1914-1945

28. September 2017 bis 25. März 2018

DAS VERBORGENE MUSEUM zeigt rund 70 spektakuläre Fotografien, Grafiken, Zeitschriften und Dokumente europäischer Fotografinnen zum Kriegsgeschehen 1914 – 1945 an Front und Heimatfront.

Fotografinnen, Journalistinnen, Amateurfotografinnen und fotografierende Krankenschwestern waren zwischen 1914 und 1945 an den beiden Angriffskriegen in Europa sowie am Spanischen Bürgerkrieg mit und ohne Akkreditierung als Kriegskorrespondentinnen beteiligt. Sie haben die Versorgung der Verwundeten im Lazarett, die Betreuung der Soldaten in der Etappe und den Krieg aus nächster Nähe an der Front ebenso wie das Leben zu Hause an der Heimatfront dokumentiert.

Sie waren überwiegend gegen Wilhelminismus, Faschismus und Nationalsozialismus eingestellt, aber weiblichen Geschlechts zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig Pazifistin zu sein. Die Österreicherin Alice Schalek beispielsweise war vom Krieg fasziniert. In England waren es die Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen und mit Beginn des Krieges auch für ihren Einsatz im Krieg gekämpft haben. Die Rolle der Fotografinnen als Dokumentaristinnen des Spanischen Bürgerkriegs fand bisher mit einer Ausnahme kaum Beachtung: Gerda Taro ist heute die bekannteste Kriegsfotografin in Europa. Die internationale Teilnahme fotografierender Frauen steigt im Zweiten Weltkrieg weiter an. Im Winter 1944 hat Germaine Krull für den militärischen Pressedienst der Freien Französischen Streitkräfte über die Befreiung des Elsass durch die Alliierten eine ausführliche Reportage gemacht; Eva Besnyö hat als verfolgte Jüdin in den Niederlanden lebend, 1940 Rotterdam nach der Zerstörung durch die deutsche Luftwaffe fotografiert. Sensationell sind die Beispiele zweier sowjetischer Kriegskorrespondentinnen, Natalja Bode und Olga Lander, die im Dienst der Roten Armee für die zentralen Presseagenturen fotografiert haben. Ihr Leben und ihre Arbeit sind nur in groben Zügen rekonstruiert, ihre Bilder u.a. vom Krieg um Stalingrad sind einmalige Dokumente und werden außerhalb der Sowjetunion hier zum ersten Mal gezeigt. Die Ausstellung schließt mit wenigen Beispielen des unbearbeiteten Kapitels deutscher Fotografinnen im Zweiten Weltkrieg. Ilse Steinhoff z.B. fotografierte in den besetzten Gebieten auf dem Balkan 1941-43 für die gleichgeschaltete nationalsozialistische Presse, u.a. die »BIZ«, »Signal« und »Die Wehrmacht« sowie 1942 in Libyen.

Kriegsalltag und Abenteuerlust
Kriegsfotografinnen in Europa 1914–1945

Laufzeit: 28.09.2017 – 11.02.2018 (Verlängert bis 25.03.2018)
Öffnungszeiten Do & Fr 15 – 19 ; Sa & So 12 – 16
DAS VERBORGENE MUSEUM - Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.
Schlüterstraße 70, 10625 Berlin

www.dasverborgenemuseum.de