Leipzig am Meer

Literatur aus den Niederlanden

21. bis 24. März 2019

Leipzig am Meer

Literatur aus den Niederlanden

21. bis 24. März 2019

Wer den Ehrengast „Flandern & die Niederlande” während der Frankfurter Buchmesse 2016 erlebt hat, dem bleiben nicht nur die vielfältigen literarischen Begegnungen im Gedächtnis. Presse und Publikum schwärmten vor allem vom Gastlandpavillon, der das Meer nach Frankfurt brachte – genauer die Nordsee als verbindendes Element zwischen dem Ehrengast und Deutschland. Der 100 Meter lange Küstenstreifen mit seinem „Strandleben” war ein ruhender Pol im Tumult des Messebetriebs und lud mit seiner naturnahen Gestaltung, dem Wechsel der Gezeiten und Tagesstimmungen, Liegestühlen und einer Fülle von Büchern und Programmen zum Verweilen, kommunikativen Austausch und Literaturgenuss ein. Von Frankfurt aus setzte sich eine Welle in Bewegung, die die niederländischsprachige Literatur bis heute zu renommierten literarischen Festivals und Lesebühnen in ganz Deutschland trägt.

Das Programm „Leipzig am Meer” setzt diese Welle fort: Die Niederlande sind zurück und präsentieren während der Leipziger Buchmesse in 10 Veranstaltungen neue Autorinnen und Autoren, Belletristik, Sach- und Kinderbücher und zusätzlich zwei Illustratorinnen des legendären Ateliers Parade. Sie laden Schulklassen ein, den Stand der Niederländischen Stiftung für Literatur (Halle 4, C303) in eine farbenfrohe Landschaft zu verwandeln. In dieser Kulisse stellen Erna Sassen und Martijn van der Linden an zwei Tagen ihr neues Kinderbuch „Ein Indianer wie du und ich” (Freies Geistesleben) vor, mit dem sie anschließend auch im Stadtzentrum in der Buchhandlung Hugendubel zu erleben sind.

Eine feste Größe bei „Leipzig liest” sind die Europäischen Autoren-Gespräche, ausgerichtet vom Blauen Sofa (Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur, 3sat) in der Alten Nikolaischule. Hier werden gleich drei Highlights aus den Niederlanden präsentiert: Mathijs Deen, der seine Leserschaft auf einen Hof am Rande der Nordsee führt, wo seine künftige Frau sich vor allem nach einem „Haus mit Meerblick” sehnt („Unter den Menschen”, mare), und uns „Über alte Wege“ auf „Eine Reise durch die Geschichte Europas“ mitnimmt (DuMont), Eva Meijer, die die Biografie einer vergessenen Ornithologin zu einem „Roman über Mensch und Natur” inspiriert („Das Vogelhaus”, btb) und zwei weitere Sachbücher zum tieferen Verständnis der Tierwelt vorstellt („Was Tiere wirklich wollen“,btb, „Die Sprachen der Tiere“, Matthes & Seitz), und Jan Konst mit der unglaublichen Geschichte einer „deutschen Familie im langen 20. Jahrhundert” („Der Wintergarten”, Europa). Damit ist der Autor noch ein zweites Mal an ungewöhnlichem Ort zu erleben: Auf Einladung des Ateliers Silke Wagler Couture stellt er sein Buch einen Tag zuvor bereits am Thomaskirchhof vor.

Schließlich lädt das Haus des Buches gleich zwei Gäste aus den Niederlanden ein, die in Leipzig keine Unbekannten sind: Marente de Moor erzählt mit ihrem neuesten Roman „Aus dem Licht” (Hanser) die spannende Geschichte vom Wettlauf um die Erfindung des Films im ausgehenden 19. Jahrhundert, und Otto de Kat folgt in „Freetown” (Schöffling) einem Paar, das einen Flüchtlingsjungen wie einen Sohn aufnimmt und mit seinem plötzlichen Verschwinden konfrontiert wird.

Leipziger Buchmesse, Halle 4, C303
Alte Nikolaischule, Atelier Silke Wagler Couture, Haus des Buches, Hugendubel
21.-24.03.2019

www.letterenfonds.nl